Es kann auch Walzer

Orchestre Harmonie Municipale Boulogne-sur-Mer spielt Strauß – Freundschaftskonzert mit Chor Chante Joie, Althornbacher Chor Projekt 03 und Stadtkapelle

Von Konstanze Führlbeck

Die Stadtkapelle begeisterte am Pfingstsonntag zusammen mit dem Orchestre Harmonie Municipale der Partnerstadt Boulogne-sur-Mer, dem Althornbacher Chor Projekt 03 und dem französischen Chor Chante Joie bei sommerlichen Temperaturen das Publikum im Rosengarten. Bei diesem Anlass übergab die amtierende Rosenkönigin Dina Beckmann auch ihr Zepter an ihre Nachfolgerin Annika Allgeier.

Die Chöre unter Leitung von Monique Lelong konnten ihre Gäste vor allem mit klarem Klang und beweglichem Fluss durch ein stimmungsvolles Medley aus dem Erfolgsmusical „My Fair Lady“ überzeugen. Bei dem Hit „I could have dances all Night“ brachten die Sängerinnen und Sänger den freudigen Überschwang des Liedes sehr gut zur Geltung.

In Gioacchino Rossinis Marsch „Dal Tuo stellato soglio“ fesselte die Harmonie Municipale Boulogne-sur-Mer durch getragene Klänge einer malerischen, dunklen Melodie und sichere, volle Bässe.

Dass die Gäste aus der französischen Partnerstadt auch flotten Swing beherrschen, stellten sie in dem durch Frank Sinatra und Liza Minnelli bekannt gewordenen Hit „New York, New York“ von Fred Ebb und John Kander aus Martin Scorseses gleichnamigem Filmmusical unter Beweis. Mit peppigem Schwung brachen sich hier volle Klänge

Bahn, die nur durch die gelegentlich stockenden Rhythmen in ihrem Fluss unterbrochen wurden, den Zuhörern aber nichtsdestotrotz in die Beine gingen.

Ihre Stilsicherheit im deutschen Repertoire bewiesen die Boulogner mit ihrer Interpretation des Strauß-Walzers „La chasse“ (Die Jagd). Schnell und neckisch perlten hier die spritzigen Melodien, stockende Rhythmen sorgten für Spannung, bevor das Werk mit einem kurzen Tusch ausklang.

Die Stadtkapelle unter Leitung von Björn Weinmann überzeugte mit Jim Steinmans „Tanz der Vampire“ in einem Arrangement für Bläser. Sehr differenziert entwickelte die Stadtkapelle ausgehend von dunkel-getragenen Klängen einen Spannungsbogen, dessen mahnende Fanale von hellen Trompetenmotiven akzentuiert wurden. Immer zupackender gestaltete Weinmann die durchlaufenden Trommelmotive und ließ den plastischen Charakter dieser Musik mit klaren, prägnant abgesetzten Akzenten hervortreten.

Victor Herberts „March of the Toys“ erinnerte mit seinen zügigen Tempi an einen Trupp Soldaten bei der Parade, deren Stechschritt man vor dem inneren Auge sehen konnte. Klare, durchdringende Trompetenfanale zeichneten das geschmeidige, flexible und doch volle Klangbild von „Autumn leaves“ aus.

Ein packendes, stimmiges Klangbild zeichnete die Interpretation des Hits „Happy Days are Here Again“ von Milton Ager aus dem Jahr 1929 aus, den die Comedian Harmonists als „Wochenend und Sonnenschein“ herausbrachten. Nach einem volltönenden Auftakt ging der Song unmittelbar in einem jazzig-swingenden Rhythmus über, den die Stadtkapelle und die Gäste aus der französischen Partnerstadt voller Vitalität und mit unüberhörbarem Spaß gestalteten.

Zum Schluss blieb die Stadtkapelle ihrer Tradition treu und verabschiedete sich von ihren über 400 Zuhörern mit dem „Fliegermarsch“ des Operettenkomponisten Nico Dostal.

Quelle

QuelleDie Rheinpfalz Zweibrücker Rundschau – Nr. 133
DatumDienstag, den 11. Juni 2019
Seite20

Stadtkapelle mit 80 Musikern

Der Funke sprang schnell über

Zweibrücken. „60 Jahre jung“ – so stellte sich die Stadtkapelle Zweibrücken bei ihrem Frühjahrskonzert in der Aula der Hauptschule Nord vor. Die zahlreichen Gäste bekamen Musik für jeden Geschmack geboten. Von Maria Schabert

Trotz winterlicher Temperaturen herrschte am Samstagabend beim Frühjahrskonzert der Stadtkapelle Zweibrücken eine frühlingshafte, gar sommerliche Atmosphäre. Unter dem Motto „60 Jahre jung“ musizierten Jung und Alt, Anfänger und Alteingesessene zusammen in der fast schon überfüllten Aula der Hauptschule Nord. Mit einem Publikum dieser Größe hatte die Stadtkapelle nicht gerechnet. Auf die Frage hin, weshalb das Konzert nicht in die Festhalle verlegt wurde, antwortete Volker Lehner, Vorsitzender der Stadtkapelle, lachend: „Ei voriges Johr hat’s jo noch gelangt!“

So saßen die Zuschauer dicht beieinander, bei jeder Gelegenheit wurde kurz gelüftet und Umbau sowie Formation der gesamten Musiker im Raum wurden zur Herausforderung. Letztendlich meisterte die Stadtkapelle unter der Leitung von Björn Weinmann all das jedoch ohne Probleme. Um der Vorstellungskraft noch mehr auf die Sprünge zu helfen – am Vormittag hatte es noch geschneit – heizte die Bigband der Stadtkapelle zu Beginn des Konzerts mit „Sabor de Cuba“ von Victor Lopez dem Publikum ordentlich ein. Eine musikalische Reise in südliche Gefilde brachte den temperamentvollen kubanischen Flair nach Zweibrücken und ließ die Kälte vor den Türen der Aula schnell vergessen.

Das Programm bot Musik für jeden Geschmack. Große Emotionen beim Arielle- und Wickie-Medley weckten Kindheitserinnerungen. Musical-Liebhaber kamen beim „Best of Andrew Lloyd Webber“ ganz auf ihre Kosten, aber auch Filmmusik stand auf dem Programm. Mit dem imposanten Fluch-der-Karibik-Medley verdiente sich die Stadtkapelle großen Applaus. Das Xylophon erzeugte dabei eine ganz besondere, fantastische Stimmung. Stolz präsentierte Weinmann den Zuwachs der Stadtkapelle sowie deren aktuelles großes Projekt: der Aufbau von Bläserklassen an verschiedenen Grundschulen in ganz Zweibrücken.

Zweibrücken sei eine Stadt mit hoher Bläserkultur, die eine musikalisch große Zukunft vor sich habe, so Dirigent und musikalischer Leiter Weinmann. Zu Konzert-ende standen über 80 Musiker auf der Bühne sowie im Raum verteilt. Die jungen Grundschulbläser hatten an diesem Abend die Möglichkeit, die letzten beiden Lieder als Abschluss des Konzerts zu spielen. Mit Freude und beeindruckender Leidenschaft spielten sie passend zum Abend „Winter adé“ und „Kuckuck“ – das Publikum sang lauthals mit.

Auch Angelika Baus aus Zweibrücken zeigte sich sichtlich begeistert von der Leistung der Zweibrücker Stadtkapelle. „Also mir hat es sehr gut gefallen, obwohl ich immer so ein bisschen kritisch bin. Aber ich muss sagen, es war sehr gut!“ Es sei erstaunlich, wie gerade die älteren Musiker der Stadtkapelle solch eine Lust an der Musik verbreiten, so eine weitere Zuhörerin. „Die sind Feuer und Flamme!“

Genau dieser Funke sprang an diesem Konzertabend auf das Publikum über. „Bravo!“ und „Klasse!“ hörte man es hier und da aus dem Saal zwischen großem Applaus rufen. Die Begeisterung für Musik, insbesondere für Blasmusik, war nicht nur unter den Musikern zu spüren, die zielstrebig und erfolgreich an die nachkommenden Generationen weitergegeben wird. „Mit meinem Freund Björn geht das – ohne ihn ginge das nicht!“, schloss Volker Lehner den Abend. In diesem Sinne: Danke, Björn Weinmann!

Frühlingskonzert der Stadtkapelle 2019

Die Rheinpfalz am Montag, 15.04.201

Auffallend klare Intonation und sichere Tempi

Am Ende wurden sogar Erinnerungen an die Kindheit wach: Die Zweibrücker Stadtkapelle mit Dirigent Björn Weinmann spielte am Samstagabend vor 150 Zuhörern in der Aula der Hauptschule Nord. Dabei durfte auch der Nachwuchs ran – und machte seine Sache gut.

Von Konstanze Führlbeck

Mit Jazz, Musical und Filmmusik begeisterte die Stadtkapelle bei ihrem Frühjahrs-konzert unter dem Motto „60 Jahre jung“ am Samstagabend in der Aula der Haupt-schule Nord Jung und Alt. Auch die Bläserklassen und die Big Band der Stadtkapelle hatten dabei eigene Auftritte. „Die Nachwuchsarbeit ist uns sehr wichtig,“ betonte Dirigent Björn Weinmann. „Wir haben unser Programm dieses Mal so ausgewählt, dass auch junge Mitglieder, die erst im zweiten Jahr aktiv sind, mitspielen können.“

Und das konnte sich hören lassen. Vor allem in dem Song „Sabor de Cuba“ von Victor Lopez überzeugten die Jungbläser mit rassig schnellen, kubanischen Rhythmen, die zu einem Off-beat verjazzt waren. Dabei griff auch Dirigent Weinmann zum Saxofon und steuerte kurze solistische Motive bei. Auffallend waren die klare Intonation und die sicheren Tempi der jungen Musikerinnen und Musiker.

Zusammen mit der Stadtkapelle fesselten sie mit einem „Andrew Lloyd Webber“-Medley, in dem die 150 Besucher so manchen Ohrwurm wiedererkennen konnten. Glasklar schwebten Glockenschläge durch den Raum, bevor die Stadtkapelle mit einem vollen Tusch einfiel. In schönem, stetem Fluss präsentierten die Musikerinnen und Musiker das liedhafte Thema in einem breit gefächerten Klangbild, sichere, markant punktierte Rhythmen setzten Akzente. Vor allem die klar umrissenen Konturen ließen das Thema plastisch hervortreten. Einen stimmungsvollen Kontrast dazu bildeten eine wehmütige Melodie, deren malerische Farben die Stadtkapelle gut zur Geltung brachte.

Die Interpretation des Medleys von Themen der Filmmusik von „Pirates of the Caribbean“ von Hans Zimmer und Klaus Badelt in einem Arrangement von Kazuhiro Morita riss das Publikum förmlich von den Sitzen. Mit einem dunkel-dräuenden Thema voll latenter Spannung entführte die Stadtkapelle ihre Gäste sofort in die fantastische Welt der fluchbeladenen Seeräuber um Captain Jack Sparrow. Schnelle, fast schlagartig hämmernde Motive wechselten zu Beginn mit stockenden Rhythmen, ein ruhiges Glockenspielmotiv erhöhte die Erwartung noch. Dann brach sich mit dumpfen Trommelschlägen ein Schicksalsmotiv Bahn und leitete zu dem zunächst langsam-getragenen Jack Sparrow-Thema über, das dann sehr schnell Fahrt aufnehmen sollte.

Bebend vibrierende Bläser leiteten das „Stockholm Waterfestival“, eine symphonische Rockouvertüre von Luigi di Ghisallo ein. Darüber legte sich ein prägnantes hymnenartiges Thema – eine Struktur, die die Stadtkapelle ausdrucksvoll und in sicheren Tempi und Konturen interpretierte. Das Aufstampfen von Füßen zu Schellen und Triangeln nahm hier lautmalerisch Gestalt an. Unmerklich änderte sich der Klangcharakter hin zu einer peppig-schnellen Melodie, die die Stadtkapelle in zügigen Tempi ausformte.

Erinnerungen an die Kindheit hatten vor allem die älteren Semester unter demn Gästen bei den Medleys von „The Little Mermaid“ und „Wickie und die starken Männer“.

Mit einer hellen Piccoloflöte setzte Weinmann den Impuls zur Musik um die kleine Meerjungfrau Arielle, die die Stadtkapelle in vollem Sound und satten Farben ausgestaltete. Fragen und Antworten hoben sich aus diesem swingenden Klangkörper in einem sehr ausdrucksvollen, bildhaften Spiel hervor.

Nach dem „Wickie“-Medley verabschiedete sich die Stadtkapelle mit ihrer traditionellen Zugabe, dem Fliegermarsch von Nico Dostal, bei dem viele Besucher spontan mitklatschten.

Quelle

Ausgabe Die Rheinpfalz Zweibrücker Rundschau – Nr. 89
Datum Montag, den 15. April 2019
Seite 24

Bläserklasse für Erwachsene gastiert in Boulogne Sur Mer

Zweibrücken: Die Bläserinnen und Bläser aus Zweibrücken gastierten am letzten Wochenende in der Partnerstadt Boulogne sur Mer, wo auch ein Auftritt auf dem Weihnachtsmarkt absolviert wurde. Dem im November 2017 gegründeten Ensemble der Stadtkapelle gehören jetzt 19 Aktive an. Nach einem Jahr kann festgestellt werden, dass sich die Formation fest etabliert hat.

Zweibrücker Bläser beim Weihnachtsmarkt in Boulogne Sur Mer

Am Samstag, 04. November 2017 hatte die Stadtkapelle Zweibücken zur Gründung einer Bläserklasse für Erwachsene eingeladen. Zur Überraschung und Freude der Verantwortlichen bei der Stadtkapelle waren 20 Interessierte gekommen.

Aktuell sind eine Querflöte, vier Klarinetten, vier Altsaxophone, drei Tenorsaxophone, zwei Trompeten, eine Posaune, und das Schlagzeug besetzt. Durch Mitglieder der Stadtkapelle werden Baritonsaxophon, Bariton und Tuba ergänzt. Die Ausbildung leitet Björn Weinmann, der Kapellmeister der Stadtkapelle. Die musikalische Entwicklung des Ensembles wurde von ihm vor der Reise nach Boulogne Sur Mer als „rasant“ bezeichnet. Gespielt werden moderne Musikstücke für kleines Bläserensemble, vom Blues bis Rock und in der Weihnachtszeit natürlich die obligatorischen Weihnachtslieder. Für jeden Geschmack etwas, das Spaß macht. Genau dieser Spaß ist es, der die Grundlage für den raschen Fortschritt des neuen Ensembles der Stadtkapelle bildet.

Tiefe Blechbläser gesucht!

Um einen regelrechten Orchestersound zu erreichen würden wir gern auch tiefe Blechblasinstrumente wie Waldhorn, Tenorhorn, Euphonium, Posaune und Tuba besetzen. Deshalb möchten wir Menschen mit Grundkenntnissen an einem Blasinstrument oder Schlagzeug animieren, wieder einzusteigen. Meist kann man ein altes Hobby aufleben lassen, wenn die Kinderauf eigenen Beinen durchs Leben gehen. Dann kann man wieder einem anspruchsvollen Zeitvertreib nachgehen wie z. B. dem Musizieren bei uns. Die Instrumente können durch die Stadtkapelle zur Verfügung gestellt werden. Auch Perkussionsinstrumente und Schlagzeug stehen bereit.

Interessierte können jederzeit zu einer Probe kommen, um zu „schnuppern“. Das ist unverbindlich! Die Proben finden regelmäßig Samstag, 16.00 Uhr, in der ehemaligen Hauptschule Nord, Hofenfelsstraße 53, Zweibrücken (gegenüber Hilgardcenter), statt. Im Januar geht’s wieder los! Informationen gibt auch der 1. Vorsitzende der Stadtkapelle, Volker Lehner. Mobil: 0151 18 76 51 98

Zweibrücken, 18.12.2018

Volker Lehner, 
1.Vorsitzender

B

Rückblick Jahreskonzert 2018: Ohrwürmer für eine ruhige Nacht

Zweibrücken. Die Zweibrücker Stadtkapelle begeisterte mit ihrem Programm „The Rhythm of America“ die ausverkaufte Festhalle. Auf Erfolgen ruht sich das Orchester aber nicht aus und denkt weiter groß. Von Sebastian Dingler


Mit viel Schwung dirigierte Björn Weinmann die Stadtkapelle beim Jahreskonzert in der Festhalle.

Dass es in Zweibrücken eine Stadtkapelle mit 52 Musikern gibt, ist schon eine große Leistung. Dass diese es dann auch schafft, beim Jahreskonzert die Festhalle vollständig zu füllen, ist dann praktisch noch das Sahnehäubchen obendrauf. So geschehen am vergangenen Samstag, als die Stadtkapelle ihr Programm „The Rhythm of America“ vorstellte. Der Vorsitzende Volker Lehner begrüßte die Anwesenden und meinte, er sei gespannt, welche neuen Witze der Dirigent Björn Weinmann wohl auf Lager hätte. Den ersten Scherz brachte aber Lehner selbst: „Nehmen Sie ruhig einen Ohrwurm mit nach Hause, der kann Sie dann in den Schlaf wiegen.“

Anschließend wurde er aber ernst und sprach über die Bilanz der letzten fünf Jahre: „Wir haben unser Orchester umgebaut zu einem sinfonischen Blasorchester.“ Man solle nicht denken, dass mit der jetzigen Anzahl von Musikern schon alles erledigt wäre: „Wenn man die moderne Literatur richtig spielen will, brauchen wir noch 20 Leute.“ Die große Akquise-Aktion im letzten halben Jahr habe dann wenigstens zu einem Neuzugang geführt. „Einer ist besser als keiner“, meinte Lehner dazu. Man wolle aber weiter „rasseln“, um auf sich aufmerksam zu machen.

Das Konzert begann mit der „New York Overture“ des holländischen Komponisten Kees Vlak, der die Lichter der Stadt beim Landeanflug sowie die morgendliche Stimmung in einem Stadtpark musikalisch einfing. Um dem Publikum nicht nur „schwere Brocken“ zuzumuten, wollte Dirigent Weinmann auch gerne mal etwas leichtere Unterhaltung einfließen lassen, und so kam der alte Schlager „Wochenend‘ und Sonnenschein“ zu Gehör.

Aber Moment, was hatte der nun mit Amerika zu tun? Nun, im Original stammt die Melodie von dem Amerikaner Milton Ager und wurde zum Text „Happy Days Are Here Again“ gesungen. Dann kam wieder Kees Vlak zu Gehör, der sich auch einmal mit den Musikstilen der Stadt Rio de Janeiro beschäftigt hat. Bei der Komposition „Las playas de Rio“ war es nicht ganz einfach, den Zusammenhang zur Stadt am Zuckerhut herzustellen – aber immerhin kämpfte sich die Stadtkapelle bravourös durch die komplizierte Komposition. Dabei hatte Weinmann zuvor noch geunkt: „Ich hoffe, es gelingt. Andernfalls – viel Glück!“.

In der Pause wurde für die Bigband der Stadtkapelle umgebaut. Die spielte zunächst einen Blues, ehe sie sich an den „Geschmack von Kuba“, also „Sabor de Cuba“, heranwagte. Da stimmte die Kongruenz von Musik und Region, Weinmann lieferte dazu ein tolles Saxofon-Solo ab.

Neben dem Japaner Naohiro Iwai steht der Dirigent offenbar auf holländische Arrangeure und Komponisten. Jacob de Haans vor allem rhythmisch schwieriges Stück „Oregon“ wurde so stark dargeboten, dass Weinmann seinen Musikern hinterher applaudierte. „Ich glaube, ich habe nicht zu viel versprochen, das war grandios gespielte Blasmusik“, sagte der euphorisierte Orchesterleiter, der auch für seine Zukunftspläne warb: „Wir wollen in Zweibrücken ein Zentrum für sinfonische Blasmusik aufbauen.“ Doch zunächst suche er nach Waldhörnern, einer zweiten Oboe, einem zweiten Fagott und vielleicht auch mal nach einer Harfe. Der Zuspruch der ausverkauften Festhalle war dem Orchester in jedem Fall gewiss. Spätestens nach der ersten Zugabe, einem Blues-Brothers-Medley, riss es die Zuschauer aus den Sitzen. Erst recht, als die Stadtkapelle traditionell mit dem Fliegerlied endete. Und die bereits erwähnten Witze von Weinmann, die erwartet worden waren? So viele waren es nicht, aber zumindest den kürzesten Musikerwitz überhaupt gab der Dirigent zum Besten: „Gehen zwei Musiker an einer Kneipe vorbei.“