60 Jahre Stadtkapelle

Der neugekrönte Rocker“

Was haben ein torkelnder Piratenkapitän, waschechte Rocker und die sinkende Titanic miteinander zu tun? Es sind alles Protagonisten aus Stücken, die die Stadtkapelle bei ihrem Jubiläumskonzert lebendig werden lässt. Dirigent Björn Weinmann feiert am Samstag in der ausverkauften Festhalle mit seinem Blasorchester das 60-jährige Bestehen. 80 Instrumentalisten schaffen ein facettenreiches Konzert. Und es wurde rockiger als gedacht.

Wo sind denn unsere Überraschungsgäste, hängen die an der Bar rum oder was?“, fragt Dirigent Björn Weinmann gegen Ende des Konzerts mit einem Augenzwinkern. Und schon sind sie da: die Rocker von Zweibrücken – Purple Haze. Und sie sorgen gleich für mächtig Furore. „Du hast das falsche Outfit an“, meint Leadsänger Dirk Reichel und übergibt dem Dirigenten eine Jeansjacke mit jeder Menge Aufnähern – im rockigen Design, so wie es sich gehört. Nachdem Weinmann sein Jackett gegen die Jeansjacke getauscht hat, geht es richtig los.

Dem weltbekannten Queen-Song „Bohemian Rhapsody“ drücken Purple Haze ihren Stempel auf und schaffen eine gelungene Interpretation. Rockig, hemmungslos und wild sind E-Gitarren und Reichels Stimme. Den Chor-Teil mitten im Lied, bei dem alle vier Queen-Mitglieder gemeinsam sangen und sich in operettenhaften Sphären bewegten, übernimmt dann wieder die Stadtkapelle. Es ist eine gelungene Verschmelzung von Rock und Blasorchester, die es so noch nicht in Zweibrücken gab. Dirk Reichels bombastische, kraftvolle Stimme lässt keine Wünsche offen. Am Ende des Songs geht verdientermaßen großer Jubel und Applaus auf die Band und Kapelle nieder, einige stehen sogar auf. Die Folge des rockigen Gastauftritts von Purple Haze, der die Zuschauer begeistert. Björn Weinmann hat sich wirklich gut gemacht als „neugekrönter Rocker“, wie erster Vorsitzender Volker Lehner es ausdrückt.

Außergewöhnlich ist auch der vorangegangene Teil des Konzerts. Besonders schön sind die Medleys, von denen es so einige gibt im fast dreisündigen Jubiläumskonzert. Die Stadtkapelle setzt beim „Fluch der Karibik“-Medley Akzente abseits der bekanntesten Kompositionen der Filmreihe.

Das Glockenspiel leitet nach dem Jack-Sparrow-Thema (die Hauptfigur der Piratensaga) leicht und zart zum Davy-Jones-Thema über. Der finstere Antagonist spielt nach dem Glockenspiel auf der Orgel, was großartig vom Blasorchester ersetzt wird. Energiegeladen und rasant schwillt das Orchester an. Das Finale des Medleys endet mit einem Paukenschlag. „Da kann man doch fast sagen: Schön ist das Piratenleben“, zieht Dirigent Björn Weinmann sein Fazit. Bei dieser großartigen Interpretation könnte das durchaus stimmen.

Zuerst lassen wir die Piraten aufleben, dann versenken wir die Titanic, und danach treffen sich alle bei Arielle“ (der Meerjungfrau), meint der Dirigent. Das Titanic-Medley ist ruhig und getragen, nur ab und zu gibt es lautmalerische Höhepunkte. Besonders eindrucksvoll, fast sinnlich, ist das Lied, das die Liebesgeschichte zwischen Rose und Jack thematisiert. Drei Querflöten bringen „My Heart Will Go on“ nach vorne. Ganz leise und sanft beginnt das Rose-Thema, bevor nach und nach die gesamte Stadtkapelle einstimmt.

Weihnachtlich wird es mit den Bläserklassen der Stufen drei bis sieben mit Schülern der Grundschule Sechsmorgen, der Albert-Schweitzer-Grundschule und der Mannlich-Realschule plus. Sie spielen eine zauberhafte Version von „Morgen kommt der Weihnachtsmann“. Wenn man bedenkt, dass einige, so Björn Weinmann, erst wenige Monate die Instrumente lernen, kann sich ihr Spiel wirklich hören lassen.

Natürlich hat die Stadtkapelle zu ihrem Geburtstagskonzert auch Klassiker am Start. Der „Uncle Teddy“-Marsch spielt mit vielen Stilrichtungen und hat einen schönen humoristischen Beiklang.

Das Konzert – übrigens das erste in 60 Jahren Stadtkapelle, das ausverkauft sei, so Björn Weinmann – bleibt mit dieser wahnsinnigen Bandbreite noch lange in Erinnerung. Nicht zuletzt wegen Purple Haze.

Quelle

QuelleDie Rheinpfalz Zweibrücker Rundschau – Nr. 273
DatumMontag, den 25. November
VonPatrick Göbel

Großer Zapfenstreich

bei der FFW Bottenbach

Am letzten Sonntag, 01. September 2019, besuchten rund 200 Zuschauer die Aufführung des „Großen Zapfenstreichs“ zum 125-jährigen Jubiläum der Freiwilligen Feuerwehr Bottenbach. Dieses Ereignis war der Höhepunkt der zweitägigen Feierlichkeiten. Den Ehrenzug zum Sportplatz führte die Stadtkapelle Zweibrücken an. Es folgten über 60 Feuerwehrleute mit Fackeln.

Bilder: SKZW

Auf dem Sportplatz stellten sich alle auf, und die Kapelle spielte mit dem Sonnen-untergang im Rücken und den Besuchern im Blick. „Alles positiv“, fasste Wehrleiter Mathias Schweitzer das Bottenbacher Wochenende zusammen. „Ein rundum gelungenes Fest ohne negative Vorkommnisse“, sagte der Wehrleiter, der früher bei der Stadtkapelle Schlagzeug gespielt hat. „Die Zusammenarbeit zwischen der Feuerwehr Bottenbach und der Stadtkapelle Zweibrücken besteht schon lange“, erzählte er. Seit etwa sechs Jahren sichert die Wehr die Kapelle beim Umzug der Rheinland-Pfalz-Tage“ (Quelle: Die Rheinpfalz).

Bilder: SKZW

Zweibrücken, 04.09.2019

Volker Lehner, 1. Vorsitzender

Regionales Zentrum Blasmusik in Zweibrücken

Am Freitag, 23. August hatten wir die Gelegenheit vor Minister Konrad Wolf, Staatssekretär Hans Beckmann und Oberbürgermeister Marold Wosnitza die Ergebnisse unserer Aufbauarbeit der letzten fünf Jahre zu präsentieren.

 

Bild: SKZW

Vor fünfeinhalb Jahren übernahm Björn Weinmann das Dirigat bei der Stadtkapelle. Seither zeichnet sich eine rasante musikalische Entwicklung ab, welche auch den Nachwuchs eindrucksvoll einschließt. Wir werden nun die Grundlagen konzeptionell festzuschreiben und unter Einbeziehung weiterer Partner ausbauen. Unser Konzept trägt zunächst den Namen „Regionales Zentrum Blasmusik in Zweibrücken“.

Bild: SKZW

Wir wollen der modernen symphonischen Blasmusik im Kulturleben der Stadt vermehrte Präsenz und Anerkennung verschaffen.

Zweibrücken, 03.09.2019

Volker Lehner, 1. Vorsitzender

Van Halen und Scorpions mit Posaune

Rockmusik trifft auf Blasmusik. Funktioniert das? Und ob: Die Zwei-brücker Stadtkapelle und die Rockband Purple Haze planen ein Konzert, bei dem die beiden Klangkörper nicht nur nacheinander, sondern auch gemeinsam spielen. Die Zweibrücker Festhalle ist für den 16. Mai 2020 gebucht. Das Konzert steigt für einen guten Zweck, angeschoben vom saarländischen Verein „We are one“.

Von Andreas Sebald

Die ersten Proben sind gelaufen – sehr zur Zufriedenheit der Musiker auf beiden Seiten, im Blasorchester, aber auch bei der Rockband. „Wir sind total begeistert, nicht nur die Jungen im Ensemble, auch die Alten“, berichtet Volker Lehner, der Vorsitzende der Stadtkapelle. Marc-Oliver Mayer, Schlagzeuger bei Purple Haze, stößt ins gleiche Horn, berichtet von Begeisterung in den Reihen der Band. Aber: „Es ist eine Herausforderung. Wir müssen jetzt nach Noten spielen“, sagt er schmunzelnd.

Den Kontakt hergestellt hat Thomas Füßler, Fotograf und Journalist, unter anderem in Diensten der RHEINPFALZ, und ein Kenner der lokalen Musikszene. „Ja, ich hab’ es angerichtet“, berichtet er augenzwinkernd. Füßler gehört dem erweiterten Vorstand des 2018 gegründeten Hilfevereins „We are one“ (Vorsitzender Mathias Blum) an, der vor allem die Förderung der Kinderpalliativ-Station der Uni-Klinik Homburg zum Ziel hat.

Als Reporter kennt Füßler nicht nur Purple Haze, sondern knüpfte vor einigen Jahren auch enge Kontakte zum Blasensemble, als die Stadtkapelle aus der mittlerweile abgerissenen Feuerwache in die ehemalige Hauptschule Nord umzog. „Wir haben da mal ein Queen-Potpourri gespielt, das hat ihm sehr gut gefallen“, erinnert sich Lehner. Die Idee einer Kooperation nahm Gestalt an, zunächst in Füßlers Kopf. „Das könnte spannend werden“, habe er sich gedacht, und beim Osterrock 2018 in Blieskastel den Rockern von Purple Haze eine Kooperation mit der Stadtkapelle vorgeschlagen, berichtet er weiter. „Dann ging es schnell vorwärts.“

Die Chemie stimmte von Anfang an. Nach der Idee gab es ein Treffen, von dem alle Beteiligten in den höchsten Tönen schwärmen. „Solche Geschichten entscheiden sich in den ersten paar Minuten“, berichtet Lehner. Marc-Oliver Mayer bekräftigt: „Es hat menschlich sofort gepasst.“ Auch gegenseitige Konzertbesuche wurden bereits absolviert. Eine Delegation der Stadtkapelle nahm einen Unplugged-Auftritt von Purple Haze im Juni vergangenen Jahres unter die Lupe, die Musiker von Purple Haze fanden sich ihrerseits im Zuschauerraum eines Stadtkapellen-Auftritts wieder.

Nach mehreren gemeinsamen Treffen mit Vertretern von Band, Stadtkapelle und „We are one“ nahm der Konzertplan Ende 2018 konkretere Formen an. Mittlerweile ist die Festhalle gebucht und der Kartenvorverkauf läuft. Über die Setliste, also welche Songs zu hören sein werden, lassen die Verantwortlichen noch nicht allzu viel nach außen dringen. Marc-Oliver Mayer nennt die Rockgruppen Van Halen und Scorpions, Volker Lehner berichtet von Anstrengungen von Kapellmeister Björn Weinmann, der Musikliteratur in England bestellen musste. „Es läuft gut“, unterstreicht Posaunist Lehner, der der nächsten gemeinsamen Probe Ende August freudig entgegenblickt.

Das Benefizkonzert

Das Konzert „Rock meets Brass“ von Purple Haze und der Stadtkapelle Zweibrücken findet am Samstag, 16. Mai 2020, in der Festhalle Zweibrücken statt. Der Kartenvorverkauf läuft bereits, Sponsoren werden noch gesucht. Der Erlös des Konzerts, das von dem saarländischen Verein „We are one“ initiiert wurde, kommt der Kinderpalliativ-Station der Uni-Klinik Homburg zugute sowie dem SAPV-Team Südwestpfalz der Hospiz- und Palliativversorgung Saarpfalz, das seinen Sitz in Zweibrücken hat. Kontakt: www.weareone.saarland und auf Facebook, Suchbegriff „We are one“

Quelle

AusgabeDie Rheinpfalz Zweibrücker Rundschau – Nr. 184
DatumSamstag, den 10. August 2019
Seite14

Rock meets Brass

„Weareone“ e. V. engagiert sich ehrenamtlich und gemeinnützig für die Kinderschmerz- und Palliativstation  der Universitätsklinik in Homburg.

 

„Purple Haze“, die überregional bekannte Rockband und die „Stadtkapelle Zweibrücken“ wurden dafür begeistert, zu Gunsten der guten Sache ein Konzert in der Zweibrücker Festhalle aufzuführen. Gemeinsam präsentieren die Musikerinnen und Musiker Rockmusik in ungewohntem Klang!

 

Der Vorverkauf hat bereits begonnen: Ticket Regional – Stichwort „Rock meets Brass“.

60 Jahre Stadtkapelle

Im Koffer beim Quiz zur Eröffnung des Stadtfestes

FOTO mit freundlicher Erlaubnis: Volker Baumann
v. l. n. r.: Ralf Wedekind, Werner Klein, Thilo Huble, Volker Lehner, Fritz Presel

Dieses Jahr hatte sich Volker Lehner, der Vorsitzende der Stadtkapelle, bereit erklärt, beim traditionellen Quiz  „Wer ist im Koffer“ zur Eröffnung des Stadtfestes mitzuwirken.

 

Wie man im Bild sehen kann hatte er einen riesigen Spaß daran sich mit seiner Posaune in den Koffer zu legen.

 

Hinten von links: Stadtfest-Organisator Thilo Huble, Stadtfest-Gründer Fritz Presl, Oberbürgermeister Marold Wosnitza und Rosenkönig Annika I..

 

Im Interview mit Fritz Presl und Thilo Huble konnten Ralf Wedekind, Werner Klein und Volker Lehner 60 Jahre Stadtkapelle würdigen. Darüber hinaus nahmen sie die Gelegenheit wahr, die aktuellen Entwicklungen zu reflektieren.

 

Zum Abschluss des Interviews stimmten die drei Musiker für die Stadtkapelle ein „Happy Birthday“ an.

 

Es kann auch Walzer

Orchestre Harmonie Municipale Boulogne-sur-Mer spielt Strauß – Freundschaftskonzert mit Chor Chante Joie, Althornbacher Chor Projekt 03 und Stadtkapelle

Von Konstanze Führlbeck

Die Stadtkapelle begeisterte am Pfingstsonntag zusammen mit dem Orchestre Harmonie Municipale der Partnerstadt Boulogne-sur-Mer, dem Althornbacher Chor Projekt 03 und dem französischen Chor Chante Joie bei sommerlichen Temperaturen das Publikum im Rosengarten. Bei diesem Anlass übergab die amtierende Rosenkönigin Dina Beckmann auch ihr Zepter an ihre Nachfolgerin Annika Allgeier.

Die Chöre unter Leitung von Monique Lelong konnten ihre Gäste vor allem mit klarem Klang und beweglichem Fluss durch ein stimmungsvolles Medley aus dem Erfolgsmusical „My Fair Lady“ überzeugen. Bei dem Hit „I could have dances all Night“ brachten die Sängerinnen und Sänger den freudigen Überschwang des Liedes sehr gut zur Geltung.

In Gioacchino Rossinis Marsch „Dal Tuo stellato soglio“ fesselte die Harmonie Municipale Boulogne-sur-Mer durch getragene Klänge einer malerischen, dunklen Melodie und sichere, volle Bässe.

Dass die Gäste aus der französischen Partnerstadt auch flotten Swing beherrschen, stellten sie in dem durch Frank Sinatra und Liza Minnelli bekannt gewordenen Hit „New York, New York“ von Fred Ebb und John Kander aus Martin Scorseses gleichnamigem Filmmusical unter Beweis. Mit peppigem Schwung brachen sich hier volle Klänge

Bahn, die nur durch die gelegentlich stockenden Rhythmen in ihrem Fluss unterbrochen wurden, den Zuhörern aber nichtsdestotrotz in die Beine gingen.

Ihre Stilsicherheit im deutschen Repertoire bewiesen die Boulogner mit ihrer Interpretation des Strauß-Walzers „La chasse“ (Die Jagd). Schnell und neckisch perlten hier die spritzigen Melodien, stockende Rhythmen sorgten für Spannung, bevor das Werk mit einem kurzen Tusch ausklang.

Die Stadtkapelle unter Leitung von Björn Weinmann überzeugte mit Jim Steinmans „Tanz der Vampire“ in einem Arrangement für Bläser. Sehr differenziert entwickelte die Stadtkapelle ausgehend von dunkel-getragenen Klängen einen Spannungsbogen, dessen mahnende Fanale von hellen Trompetenmotiven akzentuiert wurden. Immer zupackender gestaltete Weinmann die durchlaufenden Trommelmotive und ließ den plastischen Charakter dieser Musik mit klaren, prägnant abgesetzten Akzenten hervortreten.

Victor Herberts „March of the Toys“ erinnerte mit seinen zügigen Tempi an einen Trupp Soldaten bei der Parade, deren Stechschritt man vor dem inneren Auge sehen konnte. Klare, durchdringende Trompetenfanale zeichneten das geschmeidige, flexible und doch volle Klangbild von „Autumn leaves“ aus.

Ein packendes, stimmiges Klangbild zeichnete die Interpretation des Hits „Happy Days are Here Again“ von Milton Ager aus dem Jahr 1929 aus, den die Comedian Harmonists als „Wochenend und Sonnenschein“ herausbrachten. Nach einem volltönenden Auftakt ging der Song unmittelbar in einem jazzig-swingenden Rhythmus über, den die Stadtkapelle und die Gäste aus der französischen Partnerstadt voller Vitalität und mit unüberhörbarem Spaß gestalteten.

Zum Schluss blieb die Stadtkapelle ihrer Tradition treu und verabschiedete sich von ihren über 400 Zuhörern mit dem „Fliegermarsch“ des Operettenkomponisten Nico Dostal.

Quelle

QuelleDie Rheinpfalz Zweibrücker Rundschau – Nr. 133
DatumDienstag, den 11. Juni 2019
Seite20